Mittwoch, 25. September 2013

Kräuter der Provence

Jetzt ist Erntezeit! Das trifft auch für die Kräuter zu, die noch ein letztes mal das Aroma des Sommers verströmen. Wer noch nicht genügend getrocknet hat, muss die sonnigen Tage des Septembers dazu nutzen.
Ich habe mir heute die traditionelle provenzalische Mischung zusammengestellt. Sie besteht aus 7 getrockneten würzkräftigen Kräutern:
10 g Thymian
5 g Rosmarin
5 g Oregano
5 g Bohnenkraut 
5 g Majoran                                        
4 g Estragon                                        
4 g Lavendelblüten
Alle Zutaten vermischen und im Mörser zerstoßen, dann durch ein grobes Sieb streichen. Die Reste noch einmal mörsern. Im Glas dunkel aufbewahren.
Die Kräuter der Provence werden nur in kleinen Mengen eingesetzt:
Bei Salaten in die Marinade,
Bei Eintöpfen oder Gemüse zum Schluss kurz mitziehen lassen
Für Braten, auf das mit Öl eingepinselte Fleisch geben oder  kleine Schnitte damit  füllen
Man kann auch Fleisch oder Gemüse über Nacht in einer Marinade aus Öl, Knoblauch ( Chilischoten) Salz, Pfeffer und Kräuter der Provence einlegen.
Auf jeden Fall wirken die Kräuter appetitanregend und verdauungsfördernd und geben mit ihrem unverwechselbaren Aroma südlichen Gerichten die typische Note.



Dienstag, 17. September 2013

Eberesche, die Vogelbeere

Jetzt leuchten wieder die feuerroten Beeren der Eberesche. Sie sind sehr Vitamin-C-reich. Roh sind sie sehr bitter und die Säure zieht die Schleimhäute im Mund zusammen. Außerdem können frische Beeren zu Erbrechen und Durchfall führen. Das Kauen getrockneter Beeren regt die Nierentätigkeit an und kann Nierensteine lösen. Guter Vogelbeerschnaps gilt als Medizin bei Magen- und Verdauungsstörungen.
Eigentlich soll man sie erst nach dem ersten Frost ernten, da aber bis dahin die Vögel schon mächtig abgeräumt haben, hole ich sie jetzt und friere sie ein paar Tage ein. Dann bereite ich daraus ein Vogelbeermus zu:
2 Teile Vogelbeeren werden mit Wasser bedeckt, ein Schuss Essig hinzugefügt und über Nacht stehen gelassen. Dann wird es abgeseiht und mit wenig frischem Wasser aufgegossen. 2 Teile Äpfel vierteln und dazu geben, dann alles so lange kochen bis die Beeren aufspringen und die Äpfel zerfallen sind.  Durch ein Sieb passieren, nochmal aufkochen  und während des Abkühlens 1/2 Teil Honig unterrühren. Je nach Geschmack kann man noch etwas Zimt oder/ und Kardamon dazu geben. In Marmeladengläser füllen und gut verschließen.
Das Mus schmeckt zu Süsspeisen, als Brotaufstrich oder zu Wildgerichten.
Wenn man statt der Äpfel Quitten beimischt, sollten diese vorher weich gekocht werden.
 Man kann aus den Zweigen und Früchten auch schöne Kränze flechten; leider bin ich dazu nicht geschickt genug, deshalb habe ich hier kein Bild davon. Als Amulett getragen soll die Eberesche vor bösen Geistern schützen.


Montag, 9. September 2013

Wildkräuter- Gemüsepaste

Aus diesen Zutaten habe ich soeben eine Gemüsepaste hergestellt. Jetzt ist Erntezeit des Gemüses und auch die Kräuter gibt es noch frisch.
Rezept:
Zutaten:
150 g Sellerei ( da meiner noch klein ist, habe ich die Blätter dazu genommen)
250 g Möhren
100 g Zwiebeln ( eine große Zwiebel wiegt etwa soviel)
100 g Tomaten
150 g Zucchini
50 g Wildkräuter, z.B. Brennessel, Spitzwegerich, Vogelmiere, Giersch, Löwenzahn
1 Knoblauchzehe ( kann man auch weglassen)
1 Lorbeerblatt
4 Stängel Petersilie
100 g Salz
30 g Weißwein
1 EL Olivenöl
50 g Parmesan ( kann man auch weglassen)

Zubereitung:
Kräuter und Gemüse im Mixer zerkleinern, Salz, Wein , Olivenöl hinzufügen, 40 Minuten unter ständigem Rühren leicht köcheln lassen, dabei aufpassen, es brennt leicht an. Wer einen Thermomix hat, stellt auf Varoma , 40 min und Stufe 2 ein und braucht sich nicht weiter darum zu kümmern. Danach in Gläser abfüllen und verschließen, abkühlen lassen. Man erhält 2 bis 3 kleine Gläschen. Ohne Parmesan hält sich die Paste im Kühlschrank 1/2 Jahr, Parmesan verkürzt die Haltbarkeit.1 TL Gemüsepaste entspricht etwa einem Würfel.
                           Sie enthält keinerlei industrielle Zutaten und schmeckt auch als Bouillon pur.

Freitag, 6. September 2013

Beinwell, die Knochenheilerin

So langsam beginnt jetzt die "Wurzelgräberzeit" und da fällt mir zuerst der Beinwell ins Auge. Man wendet ihn an bei allen Erkrankungen des Knochensystems und allen stumpfen Verletzungen, Zerrungen, Bluterguss, Muskelkater, Sehnenscheidentzündung, Knochenhautentzündung, Nagelbettentzündung, Narbenschmerzen usw. Er wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend, abschwellend und knochenaufbauend. Blutergüsse lösen sich schneller auf und die Zellneubildung wird gefördert. Besonders das enthaltene Allantoin und die Kieselsäure beschleunigen das Zusammenwachsen von Knochen z.B. nach Knochenbrüchen. Die besten Erfolge erzielt man, wenn innerliche und äußerliche Behandlung gekoppelt werden. Anwendung 4 bis 6 Wochen nicht überschreiten.
innerlich: Tee (auch mit den Blättern) oder Tinktur
äußerlich: Umschläge mit Wurzelpulver, Salbe
Tee:
1 El  Wurzelpulver  ( auch Blätter möglich) mit 1/4 Liter warmem Wasser aufgießen und 30 Min. stehen lassen. 3 mal 1 TL täglich zu sich nehmen. Man kann das etwas klebrige Pulver mit Tee anfeuchten, mit Honig zu kleinen Kugeln drehen oder in feuchte Oblaten wickeln, dann kann man es besser schlucken.
Beinwellwurzelpulver mit Beinwellblättertee zu einer Paste angerührt wird auf die Verletzung aufgebracht.
Tinktur:
Gesäuberte und zerkleinerte Wurzel mit hochprozentigem Obstbrand übergießen, so dass alles bedeckt ist.3 Wochen in die Sonne stellen, jeden Tag liebevoll schütteln, abseihen. Man kann getrocknete (Tinktur) oder frische Wurzeln ( Essenz) nehmen. 3 mal tägl. 20 bis 30 Tropfen von der etwas schleimigen Flüssigkeit einnehmen.
Umschlag:
Beinwellwurzelpulver in heißem Wasser auflösen und den frischen Brei auf ein Tuch streichen und auflegen. Einige Stunden oder über Nacht einwirken lassen.
Vorsicht, es entstehen dunkle Flecken auf der Wäsche, die sich nicht auswaschen lassen.
Am besten ist es, die frische Wurzel schon zerkleinern, denn im getrockneten Zustand wird sie sehr hart. Als ich vor 2 Jahren im Urlaub gestürzt war, behandelte ich meine angeschwollene große Zehe nur mit Umschlägen aus der Tinktur und freute mich, dass ich nach 3 Tagen wieder einen Schuh anziehen konnte.
Salbe:
Herstellung genau wie die anderen Salben (z.B. Ringelblume) nur setzt man jetzt die zerkleinerte Wurzel in Öl an.
Ein Glas Salbe und ein großes Glas Wurzelpulver sollt man in der Notapotheke haben.